Comer See

Ciao Herr Clooney: Eine Rundreise um den Comer See

Orte rund um den Comer See

Die Orte rund um den Comer See haben alle ihren ganz eigenen Charme. Doch was ist es, was den italienischen See so anziehend wirken lässt? Für viele ist es mit Sicherheit die Tatsache, dass sich dort zahlreiche Prominente die Klinke in die Hand geben. Daher sind Bellagio, Cernobbio oder auch das im Süden des Sees gelegene Como ein wahres Mekka des „Who is Who“. Aber der oberitalienische See mit einer Fläche von rund 146 Quadratkilometern hat noch viel mehr zu bieten: Von Urlaubern aus allen Herren Ländern wird er nicht nur aufgrund seines äußerst milden, mediterranen Klimas geschätzt, das auch in den späteren Herbsttagen zu spüren ist. Ein weiterer – für mich besonders schöner – Aspekt ist die Tatsache, dass der See rund um das Ufer mit kleinen Orten und Dörfern aufwarten kann, die sich bis heute ihre italienische Ursprünglichkeit erhalten haben. Hier ist das italienische Lebensgefühl durch und durch erlebbar und man kann hier und da unbeschwerte Tage oder auch Wochen fernab des Tourismus erleben.

Gravedona

Einen rundum erholsamen Urlaub kann man beispielsweise wie ich in Gravedona verbringen. Der Ort am oberen Teil des Comer Sees weist unterschiedliche Baudenkmäler und Kunstwerke von seltener Schönheit auf und überzeugt mit einer malerischen Seepromenade.

Bellagio

Der Reiz des Ortes, gelegen an der Spitze einer in den Comer See ragenden Landzunge, ist schnell erkannt: Von hier aus hat man einen überragenden Blick auf einen großen Teil des Sees.

Ein wahrhaft unvergleichliches Küsten- und Alpenpanorama, kleine Geschäfte, imposante Treppenpassagen sowie zahlreiche prachtvolle Villen mit zugehörigen Gärten bieten malerische Fotomotive – und diese Aspekte sind es auch, die Bellagio für mich und für viele andere zu einem beliebten Ausflugsziel am Comer See machen. Um den Ort zu erreichen, bietet sich beispielsweise eine entspannende Schiffstour an.

Blick auf die Küste vom Comer See

Giulino di Mezzegra

Eine meiner Touren führt mich in die Ortschaft Giulino di Mezzegra – seit vielen Jahren Pilgerort neofaschistischer Nostalgiker. Weltbekannt geworden ist diese Ortschaft durch den Dikator Benito Mussolini. Nach Ende des Ersten Weltkrieges gründete der zunächst mit den Linksradikalen sympathisierende Politiker die „Nationale Faschistische Partei“, die nach anfänglicher Zurückhaltung allmählich immer radikaler und stärker wurde. Im Laufe der Zeit errichtete er in Italien eine faschistische Diktatur und trat als Verbündeter Hitlers in den Zweiten Weltkrieg ein. Als schließlich die militärische Lage für die Verbündeten immer verzweifelter wurde, unternahm Mussolini einen Fluchtversuch in die Schweiz. Auf dem Weg dorthin wurde er jedoch am 27. April 1945 von Partisanen erkannt und in der italienischen Ortschaft Dongo festgenommen. Einen Tag später wurden der faschistische Diktator und seine Geliebte Clara Petacci am Eingangstor der Villa Belmonte Nr. 14 in Giulino di Mezzegra von Partisanen erschossen.

Colico

Colico liegt an der Nordostseite des Sees. Die Piazza in der Nähe des Seeufers und auch die nahegelegenen Strandbereiche mit den sich angliedernden Campingplätzen stellen die Charakteristik des Ortes dar. Diverse Geschäfte, Snackbars und Restaurants laden Einheimische und Touristen zum geselligen Verweilen und Genießen ein.

In Colico befindet sich eine der besterhaltenen Festungen Europas aus dem Ersten Weltkrieg: Forte Montecchio Nord. Die Lage der ehemaligen Festung, erbaut zwischen 1911 und 1914, überzeugt mit einem einzigartigen und faszinierenden Panorama auf den Comer See sowie auf die Berge der Täler Valtellina und Valchiavenna.

Forte Montecchio Nord wird am 26. April 1945 eine besondere Stellung im Zentrum der italienischen Geschichte zugeschrieben: An diesem Tag geben Partisanen (siehe dazu den Absatz über Giulino di Mezzegra) von hier Schüsse auf das gegenüberliegende Seeufer ab und stoppen so die Autokolonne, in der sich unter anderem auch Benito Mussolini befindet. Die Reichweite der Kanonen auf der obersten Ebene der Festung zeugt zudem auch heute noch von der damals überaus wichtigen strategischen Bedeutung des im Norden gelegenen Teil des Sees für die umliegenden Gebirgstäler.

Varenna

Varenna wird als die Perle des Sees angesehen. Der Ort, von dem aus man einen schönen Blick auf den Mittelteil des Sees in Richtung Bellagio hat, wird von vielen Reiseführern als der malerischste und charmanteste Ort am Comer See bezeichnet.

Seinen Charme verdankt der Ort am Ostufer des Sees seinem verschachtelten Stadtkern und dem wunderschönen Flair der Uferpromenade. Direkt am Wasser gelegen befinden sich zahlreiche Cafés und Bars.

Laglio

Hollywood-Flair am Comer See: Filmtechnisch gesehen kann der italienische See vorwiegend im Zusammenhang mit den James Bond-Filmen genannt werden – Drehorte sind die am Westufer gelegenen Villen Gaeta und del Balbianello. Letztere, gelegen auf der Spitze der Halbinsel Lavedo in Lenno, ist außerdem in einer Star-Wars-Episode zu sehen. Die Villa Erba in Cernobbio hingegen ist als ein Drehort von „Ocean’s Twelve” bekannt geworden. Ebenfalls am Westufer gelegen: Laglio. Hierhin zieht es mich aus einem besonderen Grund: Wie schon seit Jahren bekannt ist, befindet sich hier die Villa Orleandra – ein schickes Anwesen im Besitz von Hollywood-Legende Georg Clooney. Der bekannte Schauspieler ist seit 2004 Ehrenbürger seiner italienischen Wahlheimat. Vor geraumer Zeit kaufte er hier auch die Villa Margherita. Ebenfalls in unmittelbarer Nähe zu seinem Anwesen befindet sich die Villa Regina. Diese hat Clooney im Jahr 2002 erstanden und direkt an einen ebenfalls sehr berühmten Schauspielkollegen verkauft: Tom Cruise.

Menaggio

Neben Gravedona und Como wird der am Westufer gelegene Ort als das Tourismuszentrum schlechthin am Comer See angesehen. So wie ich genießen die Besucher hier die angenehme Atmosphäre rund um den alten Ortskern, wo sich Geschäfte, Cafés und Lokale zu einem entsprechenden Ensemble zusammenfinden. Wenn ich am Comer See bin, gehört ein Besuch der Piazza Garibaldi in Menaggio für mich auf jeden Fall zum Programm.

Hier lassen sich Eis, Panini und weitere Spezialitäten wie Aperol Sprizz oder Birra Moretti in der Sonne genießen und in den nahegelegenen Geschäften lässt sich anschließend das perfekte Souvenir für zuhause finden – ich persönlich mag besonders die italienischen Glas- und Keramikwaren, die man hier und dort rund um den See aufstöbern kann. Auch ein schönes Mitbringsel für einen selbst oder die Lieben daheim ist Schmuck aus Morano-Glas.

Auch Menaggio wurde bereits als Drehort entdeckt: In der deutschen TV-Liebeskomödie „La Dolce Rita“ verliebt sich Simone Tomalla in ihrer Rolle in einen Mann aus höheren Kreisen und besucht vor diesem Hintergrund einen Benimmkurs am Comer See. Gemeinsam mit Filmpartner Michael Roll schlendert die Schauspielerin in einer Szene über die Piazza Garibaldi.

Ufer und Blumen am Comer See

Bergamo

Wer auch die entferntere Umgebung des Sees mit dem Auto erkunden möchte, der sollte
wie ich unter anderem auch einen Ausflug nach Bergamo unternehmen. Die
Stadt liegt südostlich des Sees. Viele Touristen aus dieser Region zieht
es regelmäßig nach Mailand – und auf dem Weg dorthin wird Bergamo
sprichwörtlich links liegen gelassen. Doch die Stadt zählt zu den
schönsten Norditaliens. Und das mit Recht: Sie versprüht italienischen
Charme – und man kann direkt sagen: Bergamo hat zwei Gesichter. Zum
einen prägen vorherrschende Industrie, Dynamik und Hektik die Stadt in
der Lombardei. Auf der anderen Seite schätzen allerdings insbesondere
Urlauber die Stille, die erlebbaren Genüsse und das dolce far niente in
Bergamos Altstadt.

Wer sich zu einem Stadtbummel durch Bergamo aufmacht, dem sollte klar
sein: besonders lohnenswert ist die auf einem der letzten Ausläufer der
Alpen gelegene Oberstadt Bergamo Alta. Damit gemeint ist ein unter
Denkmalschutz stehender und von einer fünf Kilometer langen Stadtmauer
umgebener mittelalterlicher Stadtteil. Die venezianische Mauer ist ein
Relikt aus dem 16. Jahrhundert und gehört seit 2017 zum UNESCO-Welterbe.

Um Bergamo Alta zu erreichen, bietet sich auf bequemste Art und
Weise eine Fahrt mit der 1887 erbauten Standseilbahn an. Nach einer
Strecke von rund 240 Metern ist man schließlich am Ziel angekommen und
befindet sich bereits mitten in der Altstadt – die Seilbahn verbindet
das Zentrum des „modernen“ Bergamo mit der Piazza Mercato delle Scarpe.

Zu den schönsten Plätzen in der mittelalterlichen Oberstadt gehört die
zentral gelegene Piazza Vecchia. Die historische Altstadt von Bergamo
ist von römischer sowie auch mittelalterlicher Geschichte geprägt – und
das spiegelt sich bis heute sichtlich im historischen Stadtbilbild
wieder. 

Beitrag von: Bavarese on tour
12.06.23